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Biogas Grasleben

Ein geschlossenes Energiekonzept

Bereits im Jahr 2003 befasste sich Ulf Seelecke mit der Idee am Ortsrand von Grasleben eine Biogasanlage zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe für die Energiegewinnung zu bauen.



Planung, Widerstand und Genehmigung 

Mit Wolfgang Henke, Eckhard Peters und Joachim Grünhagel gewann er begeisterte und sehr aktive Miteigentümer. Während der detaillierten Planung hatten sich die Verantwortlichen nicht nur mit den gesetzlichen und technischen Bedingungen auseinanderzusetzen. Nach Bekanntwerden des Vorhabens in der Öffentlichkeit, regten sich zunächst Widerstände im Hinblick auf Geruchsbelästigung, erhöhtes Verkehrsaufkommen und Monokulturen auf den Feldern. Die Bedenken ließen sich zum Großteil in Gesprächsrunden ausräumen, bis schließlich das Genehmigungsverfahren abgeschlossen war und am 24. Dezember 2005 die Baugenehmigung vorlag.  

 

Im Januar 2006 begonnen, konnte die Anlage bereits am 30. Juni 2006 mit einer Leistung von ca. 600 KW in Betrieb genommen werden. Ab diesem Zeitpunkt wird die Firma Esco in Grasleben ganzjährig mit Wärme versorgt. Mit der Inbetriebnahme des Satelliten-Blockheizkraftwerks auf dem Gelände der Firma Sport-Thieme konnte im Jahr 2011 die nächste Ausbaustufe erfolgreich abgeschlossen werden. Die Biogas-Anlage liefert nun auch Strom und Wärme an die Kirchengemeinde in Grasleben, den Kindergarten und die Firma Sport-Thieme. Das BHKW hat eine Leistung von 380 KW und beliefert zusätzlich weiter diverse Privathaushalte.
Futtermittel 

 

Als „Futter“ für die Anlage dienen Mais, Roggen, Zuckerhirse, Grassilage und Rüben, sogenannte NaWaRos – nachwachsende Rohstoffe. Der Energiewert einer Tonne Mais liegt bei 400 – 450 kW, Rüben liefern pro Tonne ca. 400 kW und Hirse liegt bei 380 kW. Seit einiger Zeit wird in der Biogasanlage Grasleben eine Hammermühle zum Zerkleinern des Futters eingesetzt. Dadurch wird der biochemische Prozess der Gärung beschleunigt. In der Graslebener Anlage werden täglich ca. 50 Tonnen Mais, Roggen, Gras, Zuckerhirse und Zuckerrüben verarbeitet.

 

Unsere Vorstandsmitglieder Matthias Gericke und Helmuth Kellner konnten sich bei zwei Ortsterminen von der Leistungsfähigkeit dieses Energiekonzepts überzeugen. Auch Helmut Friese und Gerhard Miehe aus dem Kreditbereich unserer Bank, ließen sich die Arbeitsweise der Anlagen erklären. „Kreditgeschäft ist Vertrauenssache“, äußerte Wolfgang Henke bei der Begehung und Ulf Seelecke hob die langjährige Beziehung zu unserem Landwirtschaftsexperten Gerhard Miehe hervor. Partnerschaftliche Zusammenarbeit und Zuverlässigkeit, sind Grundvoraussetzungen um Anlagen dieser Größenordnung zu realisieren.